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Medizin

Frage des Monats: Wie schaffe ich es zum Medizinstudium?

Am 7. Juli treten ca. 3500 Studienanwärter/innen zum schweizweiten Medizineignungstest an. Vom Testergebnis hängt viel ab: Es entscheidet, wer zum Medizinstudium zugelassen wird. Viele fragen sich: Wie bereite ich mich am besten darauf vor? Was passiert, wenn ich nicht bestehe? Wir verraten dir, was du dazu wissen musst.

1998 ist der Medizin-Eignungstest für die Universitäten Bern, Basel, Freiburg und Zürich eingeführt worden. Über 3500 Studierende haben den Test 2016 in 32 Testlokalen absolviert. Der Eignungstest ist notwendig, weil die zahlreichen Anmeldungen für ein Medizinstudium die verfügbaren Studienplätze jährlich übertreffen. Obwohl die Kapazitäten weiter ausgebaut werden – in diesem Jahr gibt es in der Deutschschweiz 977 Plätze – steht längst nicht für alle Bewerber ein Studienplatz zur Verfügung. Und die Nachfrage steigt ungebremst weiter: Auf einen Studienplatz in Humanmedizin kamen letztes Jahr fast fünf Bewerber.

Das bleibt nicht ohne Folgen für die Zulassung. Steigt die Anzahl der Bewerber, klettert auch der Zulassungswert von Jahr zu Jahr nach oben. Mit jedem Jahr wird die Hürde so ein kleines bisschen grösser. Für viele stellt sich angesichts dieser Ausgangslage die Frage, wie sie ihre Chancen für einen Studienplatz verbessern können. Das musst du beachten, wenn du einen Studienplatz ergattern willst:

1. Für den Eignungstest pauken

Zugegeben, beim Eignungstest handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Prüfung, für die es sich lohnt, Fachwissen auswendig zu lernen. Trotzdem: Die Prüfungsvorbereitung sollte nicht unterschätzt werden. Es ist ein entscheidender Vorteil, wenn man die Prüfungsaufgaben kennt und eingehend übt. Die Aufgaben sind an typische Lernsituationen im Medizinstudium angepasst. Ob man dafür einen Kurs besucht, mit einer App oder zuhause trainiert, spielt laut den Testautoren eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist es, dein Gehirn für diesen Tag zu trainieren. Schliesslich hast du nicht jeden Tag eine 6-stündige Prüfung, in der du Schlauchfiguren vor deinem inneren Auge drehst, Fakten in kurzer Zeit auswendig lernst oder Diagramme interpretieren musst. Wer unter echten Testbedingungen lernt, verbessert die Chancen, sein optimales Leistungsniveau im Test zu erreichen. Auf der offiziellen Seite der Testautoren erfährst du viele weitere Infos wie z. B. wie der Test aufgebaut ist und welche Art der Vorbereitung empfohlen wird: https://www.unifr.ch/ztd/ems/doc/welcome.htm

2. Den Numerus clausus wiederholen

Auch wenn du die Prüfung auf Anhieb nicht bestehst: Erstmal keine Panik schieben. Genau aus diesem Grund gibst du eine Alternative zum Medizinstudium an, so dass grundsätzlich der Beginn deines Studiums in einem anderen Fach garantiert bleibt. Den Eignungstest darfst du jedes Jahr und beliebig oft wiederholen. Bei vielen klappt es erst beim zweiten Versuch. Übrigens: Ein bestandenes Testergebnis kann auf Wunsch für ein Jahr «eingefroren» werden. In diesem Fall musst du im darauffolgenden Jahr nicht wieder zur Prüfung antreten. Hast du allerdings knapp bestanden, riskierst du, dass dein Testergebnis im Vergleich zum letzten Jahr unter die Zulassungsgrenze rutscht. In diesem Fall wärst du bei einer erneuten Teilnahme im Vorteil.

3. Universitäten ohne Eignungstest

Die gute Nachricht zuerst: In der Schweiz gibt es die Möglichkeit, Medizin auch ohne den Eignungstest zu studieren. Die etwas weniger gute Nachricht: Das trifft nur auf die Städte Neuchâtel, Genf und Lausanne zu. Wer französisch spricht oder schnell Sprachen lernt, wagt den Sprung über den Röstigraben und ist damit als Deutschschweizer nicht alleine. Ausgesiebt wird in den Semesterprüfungen zwar ähnlich streng wie im Eignungstest, aber immerhin hast du so die Chance, dein Wissen und Können längerfristig unter Beweis zu stellen.

4. Sprungbrett-Technik

Einige Studierende probieren es mit der Sprungbrett-Technik. Sie beginnen mit Zahnmedizin oder Chiropraktik, welche einen tieferen Zulassungswert verlangen und spekulieren auf einen späteren Wechsel zur Humanmedizin. Als wirkliches Sprungbrett eignet sich diese Möglichkeit jedoch nicht, denn ein Wechsel an eine deutschsprachige Uni ist an zwei Bedingungen geknüpft: a.) den Zulassungswert für Humanmedizin zu erreichen (was in der Regel eine erneute Testteilnahme erfordert) und b.) die Wunschuniversität muss über genügend Kapazität verfügen (was angesichts der starken Auslastung eher die Ausnahme ist).

Auch ähnliche Studiengänge wie Biomedizin oder Biologie eignen sich nur sehr bedingt als Umweg, denn erstens musst du dich bei einem Wechsel zur Humanmedizin erneut dem Eignungstest stellen und zweitens kannst du dir trotz Bestehen nur minimale Leistungen anrechnen lassen.

5. Im Ausland studieren

Auch der Gang ins Ausland ist nicht unbedingt eine einfache Angelegenheit. Alle europäischen Länder beschränken mittlerweile den Zugang zum Medizinstudium. Da liegt die Schweiz bezüglich der Zulassungsquote deutlich über dem Durchschnitt der europäischen Länder und wird nur durch Österreich übertroffen. Für Schweizer und Schweizerinnen ist es daher vergleichsweise leichter ein Medizinstudium hier zu beginnen, als sich der breiten Masse im Ausland zu stellen. Probieren kann man es aber trotzdem. Für ausländische Studierende stehen oftmals Kontingente zur Verfügung, die eine Zulassung nicht unwahrscheinlich machen.

Fazit: Keine der fünf Strategien führt sicher zum Ziel. Wer sich aber beharrlich auf den Test vorbereitet und sich von einem ersten Fehlversuch nicht gleich abschrecken lässt, hat gute Chancen sich den Traum vom Medizinstudium doch noch zu erfüllen. Viel Glück für die Prüfung!

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