Mittelschule und Studium

Gymnasium abbrechen – wie weiter?

Nach dem Abbruch des Gymnasiums stehen Ihnen verschiedene Wege offen – von weiteren schulischen Lösungen bis zur Berufslehre. Als Zwischenlösung bieten sich auch Praktika und Sprachaufenthalte an.

Mit dem Gymi hat es nicht geklappt? Das ist noch lange kein Grund, um den Kopf hängen zu lassen. Denn es ist immer noch alles möglich, auch die Matura. Sie können es zum Beispiel nochmals mit dem Gymnasium versuchen, die Maturität an einer privaten Schule oder auf dem zweiten Bildungsweg erlangen. Sie können aber auch andere, neue Wege einschlagen – Richtung Fachmittelschule oder berufliche Grundausbildung (Berufslehre).

Ob Sie das Gymnasium freiwillig verlassen haben oder nicht: Wichtig ist jetzt, dass Sie eine Standortbestimmung machen. Klären Sie Ihre Situation und die Optionen, die Ihnen offenstehen, sorgfältig ab; am besten gemeinsam mit einer Fachperson von der Studien- und Berufsberatung. Es gibt wahrscheinlich mehr Möglichkeiten, als Sie denken. Und: Es sind auch individuelle Lösungen möglich, nicht nur an den privaten Schulen. Deshalb ist es unerlässlich, dass Sie mit den in Frage kommenden Schulen direkt Kontakt aufnehmen und nachfragen.

Schulische Lösungen

Mögliche Lösungen werden hier kurz vorgestellt; Detailinformationen zur Aufnahme in die kantonalen Mittelschulen finden Sie auf der Website des Mittelschul- und Berufsbildungsamts:

Wiedereintritt ins Gymnasium

Kurzzeitgymnasium: Wenn Sie die Aufnahmeprüfung, nicht aber die Probezeit bestanden haben, werden Sie im folgenden Jahr prüfungsfrei wieder in die Probezeit aufgenommen.

Langzeitgymnasium: Bei Ihrem Wiedereintritt müssen Sie eine Aufnahmeprüfung bestehen.

Übertritt in die Fachmittelschule (FMS)

Vielleicht möchten Sie weiterhin zur Schule gehen, suchen aber eine andere Abschlussmöglichkeit? Die Fachmittelschule (FMS) schliesst an die dritte Sekundarklasse an und ermöglicht eine individuelle Ausrichtung auf das spätere Berufs- und Ausbildungsfeld. Nach drei Jahren schliessen Sie mit dem Fachmittelschul-Ausweis ab, der Ihnen den Zutritt zu einer Höheren Fachschule ermöglicht. In einem vierten Jahr können Sie zusätzlich eine Fachmaturität erwerben, die Ihnen den Zugang zu bestimmten Studiengängen an einer Fachhochschule eröffnet.

Sie können prüfungsfrei aus einem öffentlichen Gymnasium des Kantons Zürich an die FMS übertreten, falls Sie im Gymnasium promoviert werden oder die Promotionsbedingungen der FMS erfüllen. Wenn Sie zu einer Repetition eines Schuljahrs am Gymnasium berechtigt sind, können Sie dieses Schuljahr auch an der FMS repetieren. Wichtig: Es entscheidet in jedem Fall die Schulleitung darüber, ob Sie tatsächlich in eine FMS-Klasse aufgenommen werden.

Übertritt in die Handelsmittelschule (HMS)

Die Handelsmittelschule – mit Anschluss an die zweite oder dritte Klasse der Sekundarschule – ist eine Kombination aus einer Berufsausbildung und einer rein schulischen Ausbildung. Die vierjährige Ausbildung schliesst mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) und der kaufmännischen Berufsmaturität ab. Diese sichert den Zugang zu einer Fachhochschule.

Am Ende der Probezeit können Sie prüfungsfrei vom Gymnasium mit wirtschaftlich-rechtlichem Profil in die Handelsmittelschule übertreten. Auch hier entscheidet grundsätzlich die Schulleitung über eine Aufnahme.

Übertritt in die Informatikmittelschule (IMS)

Die Informatikmittelschule führt – im Anschluss an die dritte Klasse der Sekundarschule – in vier Jahren zur kaufmännischen Berufsmaturität und zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) für Informatik. Sie richtet sich in erster Linie an leistungsfähige Schülerinnen und Schüler mit grossem Interesse im Bereich Informatik. Eine Aufnahme in höhere Klassen oder im Laufe der ersten Klasse ist grundsätzlich nicht möglich. Es gibt aber Ausnahmen; darüber entscheidet die Schulleitung.

Private Schulen

Private Maturitäts- und Handelsschulen bieten massgeschneiderte Lösungen an. Ein Eintritt ist praktisch jederzeit möglich. Einige Handelsschulen führen verkürzte Ausbildungsgänge für Gymnasiasten und Gymnasiastinnen; fragen Sie direkt bei der Schule nach. Verzeichnis mit Links zu den Webseiten der einzelnen Schulen:

Berufslehre

Das Wissen und die Allgemeinbildung, die Sie am Gymnasium erworben haben, können Ihnen in Ihrer weiteren Laufbahn nützen. Bei der Lehrstellensuche gelten für Sie aber die gleichen Bedingungen wie für Schulabgänger/innen der Sekundarschule. Gute Schüler/innen mit viel Eigeninitiative haben jedoch durchaus Chancen, noch rechtzeitig eine Lehrstelle zu ergattern. Bei der Lehrstellensuche ist diese Internetadresse nützlich:

Weitere Informationen zum Thema Lehre und Lehrstellensuche finden Sie in den kantonalen Berufsinformationszentren (biz) sowie im Laufbahnzentrum Stadt Zürich.

Berufsmaturität

Ihr schulisches Wissen können Sie nutzen, wenn Sie mit dem Lehrabschluss die Berufsmaturität erwerben: Sie qualifiziert zum Eintritt in eine Fachhochschule. Die Berufsmaturität öffnet Ihnen aber auch den Weg zu den Universitäten und Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH). Dazu müssen Sie nach der Berufsmaturität zusätzlich die «Passerelle» absolvieren – einen zweisemestrigen Lehrgang, der mit einer Ergänzungsprüfung abgeschlossen wird.

Maturität auf dem zweiten Bildungsweg

Wenn Sie über einen Lehrabschluss oder einige Jahre Berufstätigkeit verfügen, können Sie die Maturität auf dem zweiten Bildungsweg nachholen. Sie haben damit Zugang zum Studium an den Schweizer Universitäten, den Eidgenössischen Technischen Hochschulen sowie den Fachhochschulen. Die Zulassung zur Maturität auf dem zweiten Bildungsweg ist je nach Schule unterschiedlich geregelt. Oft gilt es eine Aufnahmeprüfung zu bestehen.

Zwischenlösung

Vielleicht können Sie zurzeit noch nicht entscheiden, wie es beruflich weitergehen soll. Eine Zwischenlösung kann helfen, den nötigen Abstand zu finden. Sie bietet Ihnen auch Gelegenheit, sich nochmals intensiv mit Ihrer Berufswahl auseinanderzusetzen und allenfalls Schnupperlehren und Praktika zu organisieren.

Falls Sie sich bereits für eine Ausbildung entschieden haben, sollten Sie die Zeit bis zu deren Beginn gut nutzen: mit Praktika, Vorkursen und Sprachaufenthalten. Um Brückenangebote (Angebote zwischen der obligatorischen Schulzeit und einer Lehre oder weiterführenden Schule) sollten Sie sich frühzeitig kümmern.

In den kantonalen Berufsinformationszentren (biz) sowie im Laufbahnzentrum Stadt Zürich finden Sie Informationen zu Zwischenlösungen und Brückenangeboten. Weitere Informationen finden Sie auf

Beratung

Es ist dringend zu empfehlen, dass Sie sich bei der Planung Ihres weiteren Wegs von Fachpersonen beraten lassen. Melden Sie sich bei der Studienberatung so bald als möglich für ein erstes Gespräch an; auch die Berufsberatungsstellen stehen Ihnen zur Verfügung.