Mittelschule und Studium

Was muss ich beachten, wenn ich an einer Fachhochschule studieren will?

Studieren an einer Fachhochschule

Ich mache nächsten Sommer meine Matura. Ich interessiere mich für ein Fachhochschulstudium. Stimmt es, dass man dafür ein Praktikum braucht? Was muss ich beachten, wenn ich an einer Fachhochschule studieren will? 

«Vorbereitung ist alles!» lautet das Motto, wenn man an einer Fachhochschule studieren möchte. Während die gymnasiale Matura als Eintrittsticket für die Universitäten bis auf einige wenige Ausnahmen ausreicht, gelten für die Zulassung an Fachhochschulen weitere Aufnahmebedingungen. Meistens bestehen diese aus zwei Anforderungen: Das Vorweisen von Praxiserfahrung und das Bestehen einer Eignungsabklärung. Im Gegensatz zu einer Universität ist die Ausbildung an einer Fachhochschule berufsnäher und praxisorientierter. Daher macht es Sinn, selbst bereits erste Berufserfahrung gesammelt zu haben. Wie gehst du am besten vor, wenn du ein Fachhochschulstudium planst? Hier sind die wichtigsten Schritte:

Überblick verschaffen

Wenn du nicht weisst welche Studiengänge zur Auswahl stehen, dann schau mal unter www.berufsberatung.ch vorbei oder nutze unser Merkblatt. Die Aufnahmebedingungen der Fachhochschulen variieren von Studiengang zu Studiengang. Daher solltest du dich gut erkundigen, welche Aufnahmebedingungen in deinem gewählten Fach gefordert sind. Diese Infos holst du dir am besten direkt auf der Webseite der jeweiligen Hochschule.

Informieren

Die meisten Fachhochschulen bieten regelmässig Infoveranstaltungen an. So ein Besuch ist viel wert. Es ist eine günstige Gelegenheit, dir ein besseres Bild von deinem Fach zu machen, zukünftigen Dozenten deine Fragen zu stellen oder dich mit Studierenden auszutauschen. Wer die Infos etwas kompakter möchte, sollte dem biz einen Besuch abstatten. Dort findest du ausleihbare Hefte zu allen Fachrichtungen. Sie geben einen Einblick in das Studiengebiet und in mögliche Berufswege.

Eignungsabklärung kennen

Auch dies ist von Fach zu Fach verschieden. Bei den künstlerischen Studiengängen besteht diese z.B. aus einem Portfolio mit eigenen Arbeiten und einem Gespräch. Bei anderen Studiengängen kann es auch ein Leistungstest sein. Ein Aufnahmegespräch wird fast immer geführt und dient der Klärung deiner Motivation: Warum hast du dich genau für diesen Studiengang entschieden und hast du schon eine Ahnung was im Beruf auf dich zukommt? Manchmal besteht die Prüfung auch aus einer praktischen Übung. Zukünftige Physiotherapeuten müssen zum Beispiel schon vor dem Studium zeigen, dass sie keine Berührungsängste mit dem menschlichen Körper haben.

Anforderungen an die Praxiserfahrung checken

Erkundige dich bei der Studienleitung welche Art von Praxiserfahrung gefragt ist. Man kommt zwar nicht um eine Praxiserfahrung herum, aber es gibt grosse Unterschiede wie viele Wochen man bei Studienbeginn vorweisen muss. Oft wird eine einjährige Berufspraxis vor Studienbeginn verlangt, bei einigen Studiengängen wie Physiotherapie reichen dagegen bereits zwei Monate; den Rest absolvierst du während dem Studium. Bei vielen technischen Studiengängen kannst du deine Praxiserfahrung sogar in dein Studium integrieren, so dass du auch schon ohne Praxiserfahrung mit dem Studium starten kannst. Dafür musst du dich aber rechtzeitig bei einem Partnerunternehmen der Fachhochschule bewerben und das Studium verlängert sich entsprechend um ein Jahr.

Auch inhaltlichen unterscheiden sich die Anforderungen. Studiengänge wie z.B. Kommunikation oder Angewandte Psychologie fordern keine fachspezifische, sondern lediglich allgemeine Berufspraxis. Hier reicht deine Arbeitserfahrung aus dem Zwischenjahr womöglich aus. Meistens wird die Praxiserfahrung jedoch im verwandten Berufsfeld verlangt. Wer z.B. Architektur studieren will, muss vor Studienbeginn eine 12-monatige Berufspraxis in einem Architekturbüro absolviert haben. Je früher du Bescheid weisst, desto eher kannst du dein Zwischenjahr planen. Willst du auf der sicheren Seiten sein, kläre in jedem Fall die Anerkennung deiner Praxiserfahrung im Vornherein mit der Studienleitung ab.

Genug Zeit einplanen

Eine Arbeitsstelle oder ein Praktikum findet man meistens nicht von heute auf morgen. Von der Bewerbung bis zu Arbeitsbeginn kann schon mal ein halbes bis ganzes Jahr verstreichen. Wer also nicht zwei Zwischenjahre nach der Matura einlegen möchte, sollte sich im letzten Gymijahr schon langsam auf Stellen- und Praktikumsbörsen umschauen. Viel genutzte Praktikumsportale findest du hier:

Anmelden

Was für die Zulassungsbedingungen gilt, gilt auch für die Anmeldefrist: Sie richten sich nach dem Studiengang und sind verschieden. Auch wenn das Studium erst im Herbst beginnt, können zwischen der Anmeldung, der Eignungsprüfung und dem Studienstart viele Monate verstreichen. Informiere dich am besten frühzeitig bei der Hochschule deiner Wahl wie die Anmeldefristen für deinen Studiengang lauten.

Wir wünschen dir viel Freude und Erfolg in deinem Studium!

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