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Rückblick auf den 1. Zürcher Bibliothekstag

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Schön war es am 1. Zürcher Bibliothekstag! Schön, weil an allen Standorten kompetente Referentinnen und Referenten spannende Inhalte vermittelten, die zu Diskussionen und teilweise auch zu Irritationen und Verwunderung führten, vor allem aber anregend wirkten.

«Bibliotheken sind für Menschen, nicht für Bücher!» – dieses Motto, das Pia Rutishauser für ihren Vortrag wählte, zog sich wie ein roter Faden durch den Tag: angefangen in Wettswil, wo Viktoria Kahl das Konzept der Lesezentren Basel-Land erläuterte. Die dortigen Lesezentren sollen nicht nur als Bücher-, sondern vor allem auch als soziale Orte funktionieren. Aufhorchen liess die Tatsache, dass nur 30 Prozent der Arbeitszeit für Administration und Bestandspflege, jedoch 70 Prozent für Beratung und Projekte investiert werden.

Dass sich das Berufsbild ändert, zeigten auch die Präsentationen in Uitikon Waldegg. Unter anderem sorgte die Aussage für Diskussion, dass das Bibliothekspersonal durchaus auch mal mit den Kindern Duplo spiele, damit sich die Eltern in Ruhe Medien aussuchen können. Dieses Beispiel zeigt im Extremen, wie die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer immer mehr ins Zentrum der Bibliotheksarbeit rücken.

Überlegungen, welchen gesamtgesellschaftlichen Nutzen die Bibliotheken in einem städtischen Umfeld hat, legte Josephine Siegrist von der PBZ dar. Welche Angebote und Dienstleistungen machen Sinn in Anbetracht der grossen Konkurrenz im Bildungs- und Kulturbereich in der Stadt Zürich? Was bedeutet es, wenn man die Bibliothek als Dritten Ort gestalten will? Beim Konzept der «Bibliothek als Dritter Ort» setzten auch Karsten Schuldt und Rudolf Mumenthaler an. Ihrer Ansicht nach ist es eine Aufgabe der Wissenschaft, solche Konzepte kritisch zu hinterfragen. Sie zeigten am Beispiel «Dritter Ort», dass solche Konzepte teilweise unreflektiert aufgenommen und verwendet werden. Trotzdem: Wenn dadurch Entwicklungen in Gang gesetzt werden, sei das auf jeden Fall positiv zu werten.

Eine erfolgreiche Entwicklung zu einer Bibliothek als Treffpunkt wurde in der Bibliothek Hedingen vorgestellt: Aus Bibliotheks- und (Innen-)Architektensicht wurde präsentiert, welche räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um solche Entwicklungen zu begünstigen. In Hedingen war insbesondere auch der Gemeindepräsident ein wichtiger Fürsprecher der Bibliothek. Dass die Unterstützung durch den Träger bei der Umsetzung von neuen Konzepten vieles erleichtert, zeigte auch der Vortrag von Gret Kohler über die Bibliothek Landquart. Dort kämpfte die Leiterin hartnäckig für eine zentral gelegene, moderne Bibliothek und durfte dabei auf die Unterstützung des Gemeindepräsidenten zählen. Die Bibliothek hat sich mittlerweile dergestalt als zentrale Institutionen etabliert, dass selbst eine chemische Reinigung Interesse an einer Kooperation hat. Um Kooperationen mit anderen Bibliotheken ging es im Referat von Ulla Schiesser. Als wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit nannte sie Zusammenarbeit, Kommunikation und Austausch im Verbund.

Kommunikation und Austausch waren auch prägend für diesen 1. Zürcher Bibliothekstag. Die vielen Gespräche, die während, zwischen und nach den Veranstaltungen stattfanden, das Interesse an neuen Entwicklungen sind Faktoren, die dazu beitragen, dass wir schon jetzt sagen können: Es wird auf alle Fälle einen zweiten Zürcher Bibliothekstag geben. Ob dieser schon 2017 oder doch später stattfinden wird, darüber informieren wir Sie sobald wie möglich.

Wem dieser kurze Rückblick noch nicht genügt, der findet auf unserer Website alle Präsentationen, die Einführungsreferate sowie die filmische Zusammenfassung.
(tos)

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