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Winterthurer Lesesommer wird regional

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Alle zwei Jahre organisieren die Winterthurer Bibliotheken den Lesesommer, 2015 zum neunten Mal. Erstmals waren diesmal auch die Gemeindebibliotheken aus den Nachbarorten Neftenbach, Seuzach und Wiesendangen sowie die beiden Dörfer auf der anderen Irchelseite, Flaach und Volken, mit dabei. Sie waren vertreten in der 14-köpfigen Arbeitsgruppe, die seit September 2014 das Grossprojekt auf der Basis der früheren Durchführungen plante und organisierte.

Seit dem 1. Juni konnten sich in allen Bibliotheken Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre für den Lesesommer anmelden. Denn der Winterthurer Lesesommer ist auch ein Wettbewerb: 2594 Kinder nahmen teil und lösten einen Lesepass mit dem Ziel, während den acht Lesesommer-Wochen an mindestens 30 Tagen mindestens 15 Minuten zu lesen. Dabei erreichten gerade die kleinen Gemeindebibliotheken eine verhältnismässig hohe Anzahl ihrer Schulkinder.
Ab 20. Juli ging es dann darum, die Lesepässe mit der nötigen Mindestzahl an Lesetagen wieder zurückzunehmen. Die Rückgabe war ein eigentlicher Krimi: Am 3. August waren erst rund 40 Lesepässe beisammen, bis Ferienende waren es rund 750 und in den letzten zwei Tagen vor dem Schlussfest erreichten wir schliesslich tolle 1640 – eine Rücklaufquote von über 60%. So viele Kinder hatten das Ziel erreicht und sich damit das begehrte Lesesommer-T-Shirt redlich verdient. Schulkinder konnten zusätzlich einen der über 300 Preise gewinnen.

Reichhaltiges Rahmenprogramm mit prominenten Gästen

Zwischen Einschreibung und Rückgabe boten alle zwölf beteiligten Bibliotheken – sieben aus Winterthur, fünf aus der Region – unter dem Motto *Zack!* Stark lesen! Animationen an: sich als Superheld/heldin verkleiden, Bücherhanteln stemmen, eigene Comics nach einer Vorlage zeichnen oder anderen Lesetipps geben. Am Eröffnungsfest vom 20. Juni halfen Mitarbeitende aller Bibliotheken beim Parcours durch die Winterthurer Altstadt mit – rund 400 Personen nahmen teil. Auch zwei andere Anlässe organisierten die Bibliotheken gemeinsam: Die «Verrückte Busfahrt mit Onkel Theo» führte durch alle beteiligten Gemeinden und bot den Kindern im Doppelstock-Bus viele Geschichten und Überraschungen. Auch die drei Kurse «Stark zeichnen wie Greg» mit der Zeichnerin Charlotte Hofmann waren ausgebucht.
Das grosse Schlussfest schliesslich, das im Rahmen der Musikfestwochen Winterthur am 19. August und unter der Moderation von Gülsha Adilji stattfand, zog rund 2500 Personen an. Dort traten nicht nur die Musiker Peter Sarbach, Chocolococolo und «Marius und die Jagdkapelle» auf. Spannungshöhepunkt war eindeutig die Live-Verlosung der zehn Hauptpreise mit dem Winterthurer Stadtpräsidenten Michael Künzle als Glücksfee.
Damit das Schlussfest reibungslos über die Bühne gehen konnte, war die Unterstützung aller nötig: An T-Shirt-Stand, Getränkeausgabe, Preisstand und Infopoint, im Backstage-Bereich und im Fähnli-Job, der die reibungslose Verlosung garantierte, waren insgesamt über 50 Mitarbeitende aus allen Gemeinden und Bibliotheken im Einsatz.

Erwartungen wurden übertroffen

Der Lesesommer 2015 wird als starker Jahrgang in seine Geschichte eingehen. Die Logistik wurde für die regionale Variante verbessert und funktioniert nun noch besser. Erstmals waren zwölf statt den bisherigen sieben Bibliotheken dabei. Die angestrebte Quote von 60% Rücklauf wurde übertroffen. Es gab jeweils eine grosse Teilnahme an den Veranstaltungen. Und insgesamt 73 Partner und Sponsoren wurden gewonnen, die mit Bargeld, Preisen, Dienstleistungen oder Mitarbeit wichtige Unterstützung leisteten. Dazu zählte auch die Fachstelle Bibliotheken vom Kanton Zürich mit einem namhaften Betrag an das regionale Projekt.

Ende September werden die Vertretungen der Bibliotheken in einer grossen Feedbackrunde zusammentragen, was gut war, was weniger reibungslos lief, wo und wie verbessert werden kann. Fest steht jetzt schon: Für alle beteiligten Bibliotheken und Mitarbeitenden war die neue Zusammenarbeit ein Gewinn. Man hat sich gegenseitig besser oder überhaupt erst kennengelernt und angefreundet, gesehen, was die anderen in ihren Bibliotheken alles leisten, hat sich ausgetauscht und voneinander gelernt. Daran wollen wir für den Lesesommer 2017 anknüpfen.

Christl Göth, Projektleitung Lesesommer 2015

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