Eine Kita eröffnen

Kita

Die Gründung einer Kita ist ein anspruchsvolles Vorhaben. Der Aufbau einer solchen Einrichtung muss sorgfältig geplant und organisiert werden. Nicht zuletzt, da die meisten Kitas im Kanton Zürich private Einrichtungen sind und sich in einem marktwirtschaftlich orientierten Umfeld behaupten müssen.

Ein hilfreiches Grundlagendokument ist das Handbuch zur Gründung einer Kita des gesamtschweizerischen Verbands kibesuisse. Beachten Sie, dass die Empfehlungen des Verbands nicht in allen Belangen den Richtlinien des Kantons Zürich entsprechen (z.B. betreffend Personal und Gruppengrösse).

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten im Kanton Zürich für den Betrieb einer Kita?

Die kantonalen Krippenrichtlinien sind für alle Kitas verbindlich. Sie basieren auf der eidgenössischen Pflegekinderverordnung und sind als Mindeststandards zu verstehen. Die Einhaltung dieser Richtlinien wird von den zuständigen Behörden überprüft.

Weitere rechtliche Grundlagen

Was sind die ersten Schritte bei der Eröffnung einer Kita?

Zu Beginn steht immer eine Idee, eine Skizze der eigenen Wunsch-Kita. Ist die Trägerschaft festgelegt kann das Betriebskonzept inkl. Finanzplan erarbeitet werden. Über die Bewilligungsvoraussetzungen muss sich die Trägerschaft von Anfang an Klarheit verschaffen. Anschliessend folgen die Suche nach einem Standort/Mietobjekt, Personalsuche, Planung der Einrichtung, Aufbau der Administration, Bewilligungsgesuch sowie Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.

Wie viel Zeit verstreicht erfahrungsgemäss von der Idee bis zur Eröffnung?

Sie müssen mit ca. 6 bis 12 Monaten rechnen, je nachdem, ob Sie sich erst nach dem Standort umsehen müssen. Auch die Finanzierungsfrage und die Personalsuche wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Das Bewilligungsgesuch ist spätestens drei Monate vor Eröffnung bei der zuständigen Behörde einzureichen (vgl. Richtlinien).

Gibt es Vorgaben zur Rechtsform?

Sie sind frei, eine für Sie passende Rechtsform zu wählen. Dies kann z. B. ein Verein, eine GmbH, eine Stiftung oder eine Einzelfirma sein.

Beratung zur Vereinsgründung erhalten Sie z. B. bei vitamin B.

Was gilt es beim Thema Finanzen zu beachten?

Eine Kita rentiert i.d.R. erst bei einer sehr hohen Auslastung (Erfahrungswert: ca. 90%). Bis diese erreicht wird, müssen ausreichend finanzielle Ressourcen für die Investitionskosten und für die ersten ein bis zwei Aufbaujahre vorhanden sein. Erstellen Sie einen groben Business- und Finanzierungsplan und orientieren Sie sich zunächst an einer Mustervorlage (Handbuch zur Gründung einer Kita). So können Sie auch berechnen, wie viel ein Platz in Ihrer Kita kosten muss.

Was gehört in ein Betriebskonzept?

Ein Betriebskonzept fasst alles zusammen, was für Ihren Kitabetrieb wichtig ist und vermittelt Transparenz und Orientierung. Es beschreibt u.a. Organisation, Angebot, Finanzierung, Abläufe, Anstellungsbedingungen, Versicherungen und die interne sowie externe Zusammenarbeit.

Eine Vorlage für das Betriebskonzept finden Sie im Handbuch zur Gründung einer Kita von kibesuisse.

Was gehört in ein pädagogisches Konzept?

Das pädagogische Konzept ist das Herzstück Ihrer Kita und beschreibt detailliert, nach welchen pädagogischen Grundlagen die Kinder betreut werden, wie die Eingewöhnung gestaltet ist und wie die unterschiedlichen Bildungs- und Entwicklungsziele für die Kinder konkret erreicht werden sollen. Zur Erstellung eines pädagogischen Konzepts gibt es zahlreiche Publikationen und Hilfestellungen. Eine Auswahl:

Wann brauche ich eine Bewilligung und wer ist dafür zuständig?

Alle Informationen zu Bewilligung und & Aufsicht finden Sie hier.

Wie finde ich den richtigen Standort?

Fragen Sie in der Gemeinde nach und erkundigen Sie sich auch nach geplanten Überbauungen. 

Welche Betriebsgrösse ist sinnvoll?

Gemäss Richtlinien besteht eine Kindergruppe i.d.R. aus 11 gewichteten Plätzen. Kinder unter 18 Monaten beanspruchen 1.5 Plätze, Kindergartenkinder 0.5.

Rechenbeispiel: Wenn Sie 6 Kinder über 18 Monate und 2 Babys betreuen, haben Sie mit den 8 Kindern 11 gewichtete Plätze belegt. Eine Babygruppe mit 7 Kindern ergibt 10.5 gewichtete Plätze.

Bei Kitas mit zwei oder mehr Gruppen kann sich in Notfällen das Personal gegenseitig vertreten. Ausserdem können die Administrationskosten geteilt werden.

Was ist bei der Wahl und Ausgestaltung der Räumlichkeiten zu beachten?

Pro Kindergruppe benötigen Sie gemäss Richtlinien mind. zwei Räume mit rund 60 Quadratmetern. Zudem Nebenräume wie WC, Küche, Büroraum, Personalraum, Garderobe etc. Werden viele Kinder unter 18 Monaten betreut, empfiehlt es sich, zusätzlich einen separaten Säuglingsschlafraum zur Verfügung zu stellen. Ein eigener Garten oder eine unkompliziert zu erreichende Grünfläche/Spielplatz sollten ebenfalls vorhanden sein.

Die Räumlichkeiten müssen von der Bau- und Feuerpolizei abgenommen sein.

Der Raum und das Spielmaterial werden auch als „dritter Erzieher“ bezeichnet und sollten dazu beitragen, die motorische, kognitive und emotionale Entwicklung der Kinder zu unterstützen.

Gemeinsames und selbstständiges Spielen, Bewegen und Gestalten sowie Geborgenheit und Rückzug müssen möglich sein. Es gibt zahlreiche Publikationen zur Einrichtung einer Kita und auch entsprechende Ausstattungs-Firmen, welche Sie vor Ort beraten.

Worauf ist bei der Personalplanung zu achten?

In den Richtlinien ist festgelegt, welche Qualifikationen für die Kita-Leitung und das weitere Betreuungspersonal anerkannt werden. In jeder Kindergruppe muss immer mind. eine ausgebildete Fachperson anwesend sein.

Möchten Sie in Ihrem Betrieb die Ausbildung zur Fachperson Betreuung anbieten, müssen Sie beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt ein Gesuch um Bildungsbewilligung einreichen.

Wo gibt es finanzielle Unterstützung?

Bundesamt für Sozialversicherungen ein Gesuch zur Anstossfinanzierung stellen. Wird dieses bewilligt, erhalten Sie für die ersten zwei Betriebsjahre Unterstützung.

Fragen Sie auch bei der Gemeinde nach, ob sich diese an den Betriebskosten beteiligt oder anderweitig beim Aufbau behilflich sein kann. Grössere Firmen in der Umgebung sind u. U. allenfalls an einer Platzreservation für ihre Mitarbeitenden interessiert.

Was sind subventionierte Plätze?

Viele Gemeinden beteiligen sich an den Kitakosten der Eltern gemäss deren Einkommen. Dies bringt der Kita selbst noch keine finanzielle Unterstützung, es werden sich aber mehr Eltern einen Platz leisten können und so die Auslastung der Kita verbessern. Erkundigen Sie sich bei der Gemeinde, unter welchen Voraussetzungen Sie subventionierte Plätze erhalten können.

Wo finde ich Aus- und Weiterbildungsangebote?

Verschiedenste Institutionen bieten Lehrgänge und Weiterbildungen im Bereich familienergänzende Betreuung an. Eine Auswahl: